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Wie alles begann ...
Kurt Köhn
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"Sie saßen um den wuchtigen eckigen Tisch in der Gaststube des "Wallschlösschens" Penzlin in fröhlicher Unterhaltung. Es waren ihrer 8 oder 10 junge Leute aus dem Ort. Der Bierstiefel ging von Hand zu Hand, von Mund zu Mund. Auch Lieder, wie sie sie in der Schule gelernt hatten, klangen durch den Raum. Im gleichen Lokal der Lehrer und Kantor August Oldach. Angeregt durch die frischen jungen Stimmen trat er an die Gruppe heran, um sie für einen Männerchor zu begeistern. Seine Bemühungen führten zu dem Erfolg, dass schon bald danach, am 6. Dezember 1907, der "Gesangsverein zur Pflege des deutschen Volksliedes" Penzlin gegründet wurde."

(aus: „Einiges vom und über den Männerchor Penzlin“ von Hugo Krull 1963)

Gründungsurkunde

Das Gründungsprotokoll von 1907 nennt vierzehn Namen. Der § 2 lautet: "Der Verein hat die Ausbildung seiner Mitglieder im Gesang zur eigenen Freude und zur Erbauung seiner Freunde zum Zwecke." Der damals noch junge Lehrer Oldach wurde sein Dirigent. Er hat sicher nicht geahnt, dass er 32 Jahre diesen Chor leiten würde. Oldach war es, der dank seines selbstlosen und unermüdlichen Einsatzes die Liebe zum Chorgesang und die Begeisterung in der jungen Sängerschar weckte. Bald schlossen sich mehr und mehr Sänger dem Chor an.

August Oldach

Aber wie es im menschlichen Leben immer ein Auf und Ab gibt, so war es auch hier. Der Mitgliederbestand und mit ihm die Vereinsleitung wechselte anfangs ständig, da es sich vorwiegend um junge, unverheiratete Männer handelte, die durch häufigen Stellenwechsel bald hier, bald dort, ihrer Beschäftigung nachgingen. Unter solchen Umständen war es dann doppelt schwer, besondere Leistungen in gesanglicher Hinsicht zu Wege zu bringen. Wenn man aber die Protokolle verfolgt, so steht man fast vor einem Wunder, mit welcher Begeisterung geprobt und gearbeitet wurde und wie immer und zu allen Zeiten der Chor vor ausverkauftem und überfüllten Hause sein Liedgut zu Gehör bringen konnte.Man sollte meinen, dass gerade in den Erstjahren des Vereins vor dem Weltkrieg 1914-18 das Publikum von Veranstaltungen aller Art hätte übersättigt sein müssen. Wenn dem nicht so war, sondern gerade die Konzerte dieses Chores immer gut besucht waren, so spricht das dafür, auf welch fruchtbaren Boden das von dem Chor vorgetragene Lied in unserer kleinen Stadt Penzlin fiel. Damals wie heute: derartige Erfolge schmiedeten das Band dieses Chores fester und fester und ließ ihn nicht müde werden, an immer schwierigere Aufgaben heranzugehen. Fragt man, wer denn diese Sänger sind, so lohnt sich ein Blick in das Mitgliederverzeichnis. Das besagt, dass die Mitglieder allen Berufsschichten angehören: Arbeiter, Angestellte, Lehrer, Handwerker und Kaufleute. Zurzeit zählt der Chor vierundvierzig aktive Mitglieder, darunter zu seinem Glück verhältnismäßig viele junge Leute.

Während der beiden Weltkriege 1914-18 und 1939-45 ruhte das Singen. Im ersten Weltkrieg jedoch trafen sich des Öfteren die nicht einberufenen Sänger, um Feldpostpakete zu packen und an ihre Sangesbrüder zu versenden. Auch bei dem Chormitglied Fritz Meier wurden solche Liebesgabenpakete gepackt, der dann anschließend die Beteiligten mit einem großen "Fischkarrer" stärkte, dass sie vor Rührung ordentlich mit den Augen kniffen.

Heinrich Borchard

Nach dem Ableben August Oldachs im Jahre 1939 übernahm mit 72 Jahren der Musikdirektor Heinrich Borchard das Amt des Chorleiters. Er war ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers und legte erst 87jährig den Taktstock aus der Hand.



 

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